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GDI researcher Christine Schäfer: "People are trying to eat healthier and more sustainably."

What are the trends in the agricultural and food industry? What do today's consumers want to eat? What are the trends in production and sales? In an interview with the Swiss agricultural information service (LID), GDI researcher Christine Schäfer spoke about the growing importance of health, sustainability and convenience as the driving forces behind current food trends. At the same time, she identified the most pressing challenges facing consumers and outlined possible developments, such as increasing acceptance of meat alternatives.
16 July 2024 by
GDI researcher Christine Schäfer: "People are trying to eat healthier and more sustainably."
GDI Gottlieb Duttweiler Institute

Martina Graf/LID: Woran arbeiten Sie aktuell am GDI?
Christine Schäfer: Aktuell arbeite ich an einer neuen Studie zum Thema Esskultur. Wie diese uns beeinflusst, wie sie unser Konsumverhalten beeinflusst, und ob sie im Thema Nachhaltigkeit Hürde oder Hilfe sein kann. Das ist auch das Thema der nächsten International Food Innovation Conference, die wir im Juni am GDI haben werden. Wir versuchen, das gesamte Ernährungssystem zu betrachten und eine globale Perspektive einzunehmen, sind uns aber auch unserer eurozentrischen Sichtweise bewusst. Unsere Kernthemen sind der Handel und der Konsum. Wir beziehen aber auch die Produktion, die Verarbeitung, die Industrie, den Vertrieb und die Gastronomie in unsere Analysen ein. Unsere Forschung findet eher aus einer theoretisch-analytischen Perspektive statt. Wir haben kein Labor, in dem wir an alternativen Proteinen tüfteln. Wir führen vor allem Befragungen im Konsumentenbereich durch und arbeiten viel mit Expertinneninterviews, die meist eher qualitativ sind.

Wie definieren Sie den Begriff «Trend»?
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Ein Trend hat immer etwas mit Veränderung zu tun. Es gibt verschiedene Ebenen. Wir sprechen von Megatrends: Das sind die grossen, langfristigen Veränderungen, die mehrere Branchen betreffen, die relativ stabil sind, auch über Länder, Branchen, Bevölkerungsschichten hinweg. Dann gibt es die eher kleinteiligen Makro- und Mikrotrends, die zum Teil auch mehrere Branchen betreffen. Und dann gibt es sehr kurzfristige Entwicklungen. Die fallen dann eher unter das Thema Hype. Gerade wenn etwas Neues aufkommt, ist es schwer abzuschätzen, ob es wirklich ein Trend ist oder schnell wieder verpufft. Am GDI beschäftigen wir uns vor allem mit Megatrends.

Welche Themen und Trends dominieren bei den Konsumentinnen und Konsumenten im Bereich Ernährung?
Aktuell lassen sich viele Ernährungstrends auf drei Hauptbegriffe reduzieren: Gesundheit, Nachhaltigkeit und Convenience. Das sind so die gefühlten Dauerbrenner, mit denen ich mich befasse. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Unterthemen, die in diese Bereiche eingebettet sind. Im Bereich Gesundheit beobachten wir den Trend, dass Ernährung vermehrt nicht nur als präventive Massnahme, um gesund zu bleiben, sondern auch als eine Art Medizin genutzt wird. Dort fliesst auch die Thematik der Selbstoptimierung mit ein: Zum Beispiel die Verdatung durch Messgeräte, die in Uhren integriert sind und uns helfen, auf unsere Gesundheit zu achten, oder Krankenkassenangebote, die einen Rabatt erlösen, wenn man aktiv ist. Die Kombination aus Nachhaltigkeit und Gesundheit wiederum spiegelt sich beispielsweise in der Planetary Health Diet wider. In diesem Bereich versucht man sich so zu ernähren, dass es sowohl für den eigenen Körper als auch für die Umwelt optimal ist; sodass man eine Balance findet. Im Bereich Convenience drückt sich der Zeitdruck aus, dem wir alle unterliegen. Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, Zeit zu sparen, ohne dabei auf Qualität oder Genuss zu verzichten. Das bewusste Geniessen von Mahlzeiten und das Selberkochen werden zu bewussten Entscheidungen, die man sich gönnt, wenn es die Zeit erlaubt.

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