Die Care-Disruption-Map
Die Disruption-Map der Pflegebranche stellt sowohl absehbare als auch weit entfernte Neuentwicklungen für die Pflegebranchen in der Schweiz dar. Sie hilft, Innovationen in der Branche besser zu verstehen und Umbruchprozesse einzuordnen.
19 April, 2018 durch
Die Care-Disruption-Map
GDI Gottlieb Duttweiler Institute

Dies ist ein Auszug aus der GDI-Studie «Take Care». Die vollständige Studie steht zum Gratis-Download bereit.

Sogar im relativ technologiefernen Care-Sektor kann es zu einem disruptiven Wechselspiel kommen. Auf dem Weg von der anbieterorientierten Betreuung hin zur nachfragezentrierten Betreuung werden Disruptionen eine entscheidende Rolle spielen.

Eine Möglichkeit, um Disruptionen abzubilden, bietet der am Gottlieb Duttweiler Institut entwickelte Ansatz der Disruption Map. Er ordnet neue Entwicklungen und Technologien auf zwei siebenstufigen Skalen ein: für den Entwicklungsstand der Technologie sowie für die Entwicklung des Bewusstseins hinsichtlich der jeweiligen Neuerung. Die Modellvorstellung der stufenweisen Anpassung von Mensch und Gesellschaft an neue Technologien wurde von der «Technologie-Pyramide» des niederländischen Zukunftsforschers Koert van Mensvoort inspiriert. Sie besteht aus sieben Stufen – von der vagen Vorstellung von etwas völlig Neuem bis zur kompletten Naturalisierung des längst Vertrauten.

Für die Disruption Map wurde dieses Konzept des Bewusstwerdungsprozesses durch Hinzufügen einer zweiten Dimension erweitert: um sieben Stufen des technologischen Fortschritts – von der Vision über die Entwicklung im Labor und Durchführung von Markttests bis zu Massenproduktion und Alltäglichkeit. In beiden Prozessen ist jeweils eine «Kampfzone» enthalten: «Mind Shift» und «Technology Shift» bezeichnen die Situation, in der sich entscheidet, ob eine Disruption den Durchbruch schafft.

 

 

Detailansicht der Care Disruption Map

gdi_care_disruption_map_2018.pdf

Die Entwicklung in beiden Dimensionen ist meist gleichgerichtet: Je weiter fortgeschritten eine Technologie ist, desto höher sind die Chancen, dass sie breit akzeptiert wird. Mit der Care-Disruption-Map wird der Versuch unternommen, sowohl absehbare als auch weit entfernte Neuentwicklungen für die Pflegebranchen in der Schweiz darzustellen.

Als realisierbar gelten:

Auch für die weniger nah an der Realisierung eingeschätzten Disruptionen lassen sich teilweise besondere Empfehlungen ableiten:

Je grösser die Diskrepanz zwischen technischer Realisierbarkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz ausfällt, desto höher ist der jeweilige Investitionsbedarf in Forschung beziehungsweise Kommunikation.

 

Eine ausführliche Beschreibung der Disruptionen findet sich in der GDI-Studie «Take Care». Hören Sie auch unseren Podcast über die Zukunft der Pflegebranche.

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