Gleich zu Beginn der Internationalen Handelstagung ordnete Daniela Schwarzer, designierte Präsidentin der Hertie School, die aktuelle Weltlage ein. Statt vorübergehenden Krisen befindet sich Europa in einem strukturellen Umbruch seiner politischen und wirtschaftlichen Ordnung. Das löst oft Ohnmacht und Resignation aus. Auch weil andere Akteure Mittel einsetzen, die sich mit unserem Werte- und Demokratieverständnis kaum vereinbaren lassen. Um die aktuellen Herausforderungen zu bestehen, brauche es Zusammenarbeit. Schwarzer plädiert dafür, dass wir als Europäer den Kontinent neu denken, indem wir uns auf unsere Werte besinnen. Ein Beitrag kann die Wahl des KI-Modells in der täglichen Arbeit sein, Investitionen in philanthropische Projekte oder ein Engagement in internationalen Netzwerken statt sich nur im kleinen Kontext einzusetzen. Denn: «Agency haben wir nicht verloren, auch wenn es erstmal so aussehen mag», so Daniela Schwarzer. «Wir müssen nur neue Formen finden, wie wir sie zur Wirksamkeit bringen.»


Aus der Praxis: vier Formen der Zuversicht
Zuversicht in die Zukunft
Das gilt besonders für das schwedische Möbelhaus, wie Fredrik Engman, Global Brand & Marketing bei Ikea, sagt: «We have decided to be optimistic about the future.» Damit setzt Ikea einen strategischen Rahmen für langfristige Entscheide. Engman nennt den Markteintritt in Indien als Beispiel dafür. Obwohl kurzfristig kein profitabler Business Case vorlag, investierte das Unternehmen mit Blick auf die vielen Menschen und ihre wachsenden Bedürfnisse. Das Möbelhaus nehme bewusst in Kauf, dass die Etablierung noch ein bis zwei Jahrzehnte dauern kann.
Zuversicht für die eigene Stärke
Zuversicht für das haptische Buch
Zuversicht für die Gemeinschaft
Strategien für den Handel

Adam Devey Smith, Mitgründer & Managing Partner bei The One Off, betonte, dass das Einkaufserlebnis auf mehr als visuellen Reizen aufbauen sollte. Gerade Geruch und Geschmack könnten langfristige Erinnerungen und emotionale Bindung erzeugen, würden in der Ladengestaltung bislang aber zu wenig berücksichtigt. Agentische KI kann künftig viele rationale Einkaufsprozesse übernehmen. Emotionen, Gemeinschaft und Überraschung vor Ort kann uns der Algorithmus jedoch kaum abnehmen.

Ohne Fehler kein Fortschritt
Der Handel ist in Bewegung. Das erfordert neue Wege und innovative Ideen. Einige in Rüschlikon ausgestellte Produkte aus dem Museum of Failure belegen, dass Firmen dabei auch episch scheitern. Etwa als Nintendo den Power Glove auf den Markt brachte, der trotz aufwändiger Installation eher schlecht als recht funktionierte. Das Unternehmen hat dazugelernt und brachte Jahre später die erfolgreiche Nintendo Wii auf den Markt.

Samuel West, Gründer & Kurator des Museum of Failure, bedauert, dass wir oft nicht zwischen schlechten und guten Fehlern unterscheiden. Schlechte Fehler sind vermeidbar und entstehen durch Nachlässigkeit, Selbstüberschätzung oder das Missachten von Regeln. Gute Fehler passieren auch dann, wenn Unternehmen sorgfältig neue Produkte oder Dienstleistungen testen, um Fortschritt oder einen Mehrwert zu schaffen. Samuel Wests Rezept: «It is not a failure if you call it an experiment.»

Das unendliche Spiel
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Treffpunkt für Visionäre
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