Amber Case: Wir brauchen Calm Technology!
Technologie unterbreche uns ständig, anstatt uns zu beruhigen, sagt Amber Case. Die Harvard-Forscherin ist Verfechterin der «Calm Technology», von Geräten und Hilfsmitteln, die dezent im Hintergrund unseren Alltag erleichtern. Wie das aussehen kann, zeigt Case hier – und an der GDI-Handelstagung.
2 März, 2017 durch
Amber Case: Wir brauchen Calm Technology!
GDI Gottlieb Duttweiler Institute
 

«Technologie kann nicht alle unsere Probleme lösen», sagt die Amerikanerin Amber Case. Im Gegenteil, oft mache Technologie uns das Leben unnötig schwer: «Beispielsweise wenn ich den ’smarten’ Kühlschrank per Fingerabdruck öffnen muss, aber es nicht funktioniert, weil die Hände vom Kochen dreckig sind.» Oder wenn gehackte Kühlschränke Regierungswebseiten lahmlegen. «Wir leben in einer Ära, in der uns Technologie ständig unterbricht», stellt Case in einem Vortrag fest, «was wir brauchen ist aber genau das Gegenteil: Technologie, die uns beruhigt»:

Ein Grund für die ständige Ablenkung sei das Design mobiler Geräte. Diese würden heute so entworfen, als sässen wir vor ihnen wie vor einem Desktop-Rechner, unsere ganze Aufmerksamkeit auf sie gerichtet. Dies belaste viele Menschen, weil sie gleichzeitig keine Zeit für andere Tätigkeiten hätten.

Um den Stressfaktor im Umgang mit Technologie zu reduzieren, stellt Case acht Prinzipien für die Entwicklung von Calm Technology auf:

Calm Technology sei langweilig, gibt Case zu, genau wie die Elektrizität im Haus: Sie sei da, wenn man sie brauche, aber wenn sie mal nicht da ist, merke man das sehr schnell. Den Nutzen der neuen Technologie fasst Case in einem Satz zusammen: «Calm Technology ermöglicht es Menschen, ihre Ziele mit geringstmöglichen mentalem Aufwand zu erreichen.»

Amber Case, laut Fast Company eine der einflussreichsten Frauen der Technologiebranche, referiert an der GDI-Handelstagung vom 7. und 8. September 2017. 

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