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Hotspot Innenstadt

Wenn unsere Einkaufsstrassen zu heiss werden
Autoren: Gianluca Scheidegger, Johannes C. Bauer
GDI Whitepaper Nr. 1
Sprache: Deutsch
2026
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Der Hitzesommer 2026 mit Rekordtemperaturen und aussergewöhnlich vielen Hitzetagen hat in diesem Jahr gezeigt, was für unsere Städte zunehmend zum neuen Normal werden könnte. Doch wie verändert die anhaltende Hitze eigentlich unseren Alltag in der Stadt und was bedeutet sie für Handel und Konsum?

Das GDI-Whitepaper «Hot Spot Innenstadt» untersucht am Beispiel der Zürcher Bahnhofstrasse mit realen Passanten- und Zahlungsdaten, wie steigende Temperaturen Passantenströme und Konsumausgaben verändern. 
Die Analyse zeigt unter anderem:

  • Bei Hitze sinkt die Zahl der Passant*innen deutlich: Ab etwa 28 bis 30 °C nimmt die Passantenfrequenz an der Bahnhofstrasse deutlich ab. Oberhalb dieser Schwelle sind es pro zusätzlichem Grad rund 940 bis 1200 Passant*innen weniger.
  • Das städtische Leben verschiebt sich zunehmend in die kühleren Stunden: Besonders deutlich ist der Effekt am Mittag und Nachmittag. Zwischen 12 und 16 Uhr sind an Hitzetagen, also an Tagen mit einer Höchsttemperatur von über 30 °C, rund 2560 Passant*innen weniger unterwegs. Am späteren Abend steigt die Frequenz dagegen leicht an.
  • Wo Schatten fehlt, wird die Strassenseite gewechselt: Auch innerhalb der Einkaufsstrasse reagieren Menschen auf die Hitze. Je nach Tageszeit verlagern sich die Passantenströme deutlich auf die jeweils schattigere Strassenseite.
  • Der Konsum verschwindet nicht, sondern verlagert sich: Im stationären Handel des Kantons Zürich blieben die elektronisch erfassten Ausgaben relativ konstant. Gleichzeitig steigen die Online-Ausgaben oberhalb von 30 °C im Bereich Food um rund 1,4 Prozent pro zusätzlichem Grad. Auch im Non-Food-Bereich zeigt sich ein positiver Effekt, der jedoch vorsichtiger zu interpretieren ist.
Das Whitepaper gibt zudem Anstoss zur Frage, wie eine lebenswerte Stadt in Zukunft aussehen könnte. Zürich wird kaum zum nächsten Dubai oder Singapur, wo sich das Leben weitgehend in klimatisierte Innenräume verlagert hat. Gefragt sind Lösungen, die unsere Städte auch bei zunehmender Hitze lebenswert halten, ohne das öffentliche Leben aus Strassen und Plätzen zu verdrängen.

Studienautoren

Dr. Gianluca Scheidegger

Senior Researcher

gianluca.scheidegger@gdi.ch

+41 44 724 62 43

Dr. Johannes C. Bauer

Head of Think Tank, Member of the Executive Board 

johannes.bauer@gdi.ch 

+41 44 724 62 08

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