«Vielleicht braucht es keine objektiven Medien mehr»
Die Massenmedien, wie wir sie kennen, gehen unter, dafür nimmt der interessengeleitete Journalismus zu. Sagt der Social-Web-Experte Leander Wattig. Ein Gespräch über die Zukunft der Medienbranche.
20 Juni, 2013 durch
«Vielleicht braucht es keine objektiven Medien mehr»
GDI Gottlieb Duttweiler Institute

Herr Wattig, sind die Massenmedien in einer Sackgasse der Evolution, wie der britische Autor Tom Standage meint?


Wie heisst denn die Hauptstrasse?


Letzteres Bild greifen gerade die visuellen Medien immer wieder gern auf. «Wetten, dass …?», die Champions League, der sonntägliche «Tatort» oder der neue James-Bond-Film seien die verbleibenden «Lagerfeuer», um die sich die Gesellschaft schare.



Wenn man «Medium» wieder als das versteht, was es eigentlich sein sollte, nämlich ein «Ermöglicher» von Kommunikation …


Mit solchen Botschaften machen Sie sich bei den Medienunternehmen keine Freunde.



… die meinten wir …


Und wie kommen diese Medien aus ihrer Sackgasse wieder heraus?



… sondern als Geschichtenerzähler?


Das war ja wohl eher ein Fall für Priester.


Dieses Erzählen von Geschichten für Unternehmen nennt sich heute «Corporate Publishing» und ist, nun ja, nicht die höchstgeachtete Tätigkeit der Medienbranche.


Insgesamt klingt das nach ziemlich wenig Orientierungshilfe: Jeder redet mit jedem, jeder nach seinen eigenen Interessen, liquide Moderne ohne Fixpunkte – keine besonders fröhlich stimmende Perspektive.


Das werden wohl die meisten weiterhin haben wollen.




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