Design-Psychologie: Warum das Weniger für uns so schwierig ist
Wenn immer Menschen etwas verbessern wollen, machen sie es erst einmal komplizierter. Warum weniger mehr wäre, erklärt Leidy Klotz in einem Videobeitrag. Der Autor von «Subtract» und Referent am 18. Europäischen Trendtag zeigt, dass dieses neu entdeckte psychologische Phänomen für viele Situationen gilt.
3 Februar, 2022 durch
Design-Psychologie: Warum das Weniger für uns so schwierig ist
GDI Gottlieb Duttweiler Institute
 

Seien es ProgrammiererInnen, die ihre Software verbessern, oder AutorInnen, die ihre Argumente untermauern möchten: Wenn Menschen Probleme lösen, suchen sie nach zusätzlichen Features, Optionen oder auch Sätzen. Wir neigen nicht dazu, eine Komponente zu entfernen, um etwas besser oder funktionaler zu machen.

Leidy Klotz ist Ingenieur und fasziniert von der Design-Psychologie. «Ein gutes Beispiel sind Laufräder – Fahrräder ohne Pedalen –, die schon Zweijährige fahren können», meint er. Es hätte Jahrzehnte gedauert, bis jemand auf die Idee gekommen sei, bei Kinder-Velos die Pedalen zu entfernen, statt Stützräder hinzuzufügen.

Dennoch geht die Denkweise des «Weniger ist mehr» weit in die Geschichte des Menschen zurück. «Leonardo Da Vincis Definition von Perfektion ist der Zustand, in dem nichts mehr vorhanden ist, was entfernt werden könnte», so Klotz. Und dennoch tendieren wir gegen diese Denkweise. Leidy Klotz hat mit einem Team aus VerhaltensforscherInnen zusammengearbeitet, um dieses Phänomen zu untersuchen. Ihre Resultate können Sie im Video anschauen:

Visual ETD 2022

Twitter: #trendday2022

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