Die Studie «Microliving – Urbanes Wohnen im 21. Jahrhundert» befasst sich mit dem Wandel des Wohnens im Zeitalter der Digitalisierung. Sowohl Text als auch Grafik sind ein Auszug aus der Studie, die als Gratis-Download zur Verfügung steht.

Technologische Entwicklungen verändern die Art und Weise, wie wir Raum verstehen und denken, und wie wir mit ihm interagieren. Wohnen findet nicht mehr nur zu Hause statt, Interaktionen nicht mehr nur analog, Arbeiten nicht mehr nur im Büro. Wohnen ist beinahe überall und gleichzeitig. Das Smartphone und der Laptop machen einen mobilen Lebensstil möglich, der die Grenzen zwischen öffentlich und privat verschwimmen lässt. Damit verändern sich die Anforderungen an das Wohnen und die Lage, Grösse und Ausstattung der Wohnungen. Zudem wird in einer Welt, in der immer mehr Menschen auf kleinem Raum wohnen, die Frage nach dem individuellen Flächenverbrauch neu verhandelt.

Der Flächenmangel macht sich vor allem in kapitalintensiven städtischen Gebieten bemerkbar, wo bezahlbarer Wohnraum zu rarem Gut wird. In Städten wie New York, London oder Tokio ist Wohnen auf kleinem Raum eine Möglichkeit, Wohnraum für mehr Menschen zur Verfügung zu stellen. Solches Microliving stellt alles fürs Wohnen Notwendige – wie Schlafen, Küche oder Bad – auf kleinster Fläche bereit.


Microliving
Detailierte Ansicht der Grafik (PDF, 385 KB)

Das Verständnis von «Micro» hängt vom lokalen Kontext ab: In Tokio kann man in 5,78 m3 wohnen, Hongkong definiert Microliving anders als Zürich, und während an der Westküste der USA ungefähr 28 m2 als Norm gelten, rechnet man an der Ostküste mit 37 bis 46 m2. In der Schweiz spricht man bis 30 m2 allgemein von kleinteiligem Wohnen. Dieser Wert liegt rund einen Drittel unter der hiesigen durchschnittlichen Wohnfläche pro Person von 45 m2 – und fast zwei Drittel unter der durchschnittlichen Fläche eines Schweizer Einpersonenhaushalts von rund 80 m2. So unterschiedlich die Definitionen für Microliving sind, allen gemeinsam ist die Orientierung an einem Mindeststandard und die Relation zu einem (weit grösseren) Durchschnittswert in der betrachteten Region.