Dies ist ein Auszug aus der GDI Studie «Digital Ageing – Unterwegs in die alterslose Gesellschaft». Sie steht als kostenloser PDF-Download bereit.

Wie viele Jahre man noch bis zu seinem Tod hat, ist schwierig vorauszusehen. Es ist ein individuelles Gefühl, das oftmals eher von persönlichen Charaktereigenschaften abhängt als von biologischen Voraussetzungen. Manche Leute äussern ab ihrem 60. Geburtstag jährlich die Hoffnung, noch ein weiteres Jahr erleben zu dürfen. Andere denken mit 90 nicht daran, dass ihr Leben jemals ein Ende nehmen könnte.

Interessanterweise fühlen sich aber mit wenigen Ausnahmen alle über 60-Jährigen jünger, als sie tatsächlich sind. Das zeigt eine 2015 durchgeführte Umfrage des GDI (siehe Grafik): 60- bis 70-Jährige fühlten sich im Schnitt 12 Jahre jünger als ihr biologisches Alter. Bei den 70- bis 80-Jährige sind es sogar 16 Jahre (die 70–80-jährigen Männer fühlten sich durchschnittlich 18.5 Jahre jünger, die Frauen 14 Jahre). Keiner der Teilnehmenden fühlte sich älter als sein biologisches Alter.

Gefühltes Alter

Das hängt damit zusammen, dass unser Klischee vom Altern noch das Altern in einer industriellen Zeit beschreibt und ältere Menschen sich darin nicht wiedererkennen.
Die individuellen Unterschiede, wie lange man noch zu leben glaubt, können zudem mit Wachstums- und Bewahrungszielen in Verbindung gebracht werden. Wer sich jung fühlt, wer glaubt, ein hohes Alter zu erreichen und nicht den Eindruck hat, die besten Jahre seien vorbei, hat eher Wachstumsziele. Dazu gehören etwa Weiterbildungen oder Reisen. Im Gegensatz dazu werden Bewahrungsziele, bei denen der Erhalt des bereits Vorhandenen und nicht das Erlernen von Neuem zentral ist, eher im Zusammenhang mit dem körperlichen Zerfall wichtig.

Mögliche Antworten darauf, wie das Leben im Alter zukünftig aussehen könnte, liefert die GDI-Studie «Digital Ageing – Unterwegs in die alterslose Gesellschaft». Zum kostenlosen Download