Dieser Text ist ein Auszug aus der GDI-Studie «Smart Home 2030 – Wie die Digitalisierung das Bauen und Wohnen verändert». Diese kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.  

Transparenz wirkt für viele intuitiv bedrohlich, besonders im Heimbereich. In unserer Wohnung, die uns als Schutz und Rückzugsort dient, sind wir besonders sensibilisiert auf Eindringlinge. Wenn sämtliche Handlungen zu Hause in der digitalen Cloud registriert werden, weckt das Ängste. Die Furcht vor Datenkriminalität sowie vor permanenter Überwachung lassen viele Menschen vor Smart-Home-Angeboten zurückschrecken.

Smart-Home-Anwendungen basieren auf dem Sammeln der persönlichen Daten ihrer Nutzer: Bei Google beispielsweise werden die Smart-Home-Tools durch die gesammelten Daten immer nützlicher und präziser. Je mehr die Software über den Bewohner weiss, desto genauer kann die Steuerung des Hauses automatisch darauf abgestimmt werden. Die Nutzerdaten dienen als Währung für einen besseren Service.

Kontrolliert also bald Google unsere Häuser? Entscheidet Apple in Zukunft, wann wir das Licht ausmachen sollten? Oder bleibt die Kontrolle in unseren Händen? Das Internet der Dinge steht noch ganz am Anfang, und damit ist die Frage, welches Organisations- und Kontrollsystem sich durchsetzen wird, noch völlig offen. Es ist ein Aushandlungs- und Experimentierprozess, den die Anbieter durchlaufen. Aktuell zeichnen sich drei mögliche Entwicklungen ab:

  • Zentralisiert: Der Weg hin zu zentralisierten, geschlossenen Systemen. Applikationen sind hier an den jeweiligen Anbieter geknüpft. Dieser erhält vom Nutzer Inputs und liefert dann dementsprechende Outputs.

  • Dezentralisiert und geschlossen: Der Aufbau von dezentralen digitalen Ökosystemen, die verschiedene Anbieter unter bestimmten Bedingungen in Plattformen zusammenführen. Beispiele dafür sind Nest oder das HomeKit von Apple. In diesem dezentralisierten System bieten verschiedene grosse Marktplayer relativ isolierte Services. Die Wechselkosten von einem Anbieter zum anderen sind hoch.

  • Dezentralisiert und offen: Offene, dezentrale Systeme, in denen verschiedene Nutzer und Anbieter kooperieren – ohne zentrale Kontroll- und Steuerungsmacht. Dieses Netzwerk entwickelt sich mit den Inputs der User und Geräte immer weiter. Je mehr Menschen und Dinge im Netzwerk angeschlossen sind, desto mehr Dateninputs fallen an und desto präziser wird die Steuerung.

Die Studie «Smart Home 2030 – Wie die Digitalisierung das Bauen und Wohnen verändert» steht Ihnen als kostenloser Download zur Verfügung.